Kita Bäumerstraße der Ev.-luth. Kreuzkirchengemeinde Lingen

Pädagogische Arbeit

1. Bewegungserziehung
Alle Kinder haben ein elementares Bedürfnis nach Bewegung. Bewegung ist eine Grundvoraussetzung für das Lernen. Sie fördert das Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, Konzentration, Geschicklichkeit und schafft den Kindern reine Freude.
Dies dient dem Aufbau des Gedächtnisses und ist Voraussetzung, um sich in ihrer jeweiligen Umwelt entsprechend bewegen zu können.
In unserer Einrichtung bieten wir viele Möglichkeiten, diesen natürlichen Bewegungsdrang auszuleben. Bei fast jedem Wetter nutzen wir unser naturnahes Außengelände mit zahlreichen Balancier- und Klettermöglichkeiten, Schaukeln, Hängematten usw.
Bei zu schlechter Witterung stehen den Kindern in unserem großzügig gestalteten Bewegungsraum viele Bewegung anreizende Spielmaterialien frei zur Verfügung bzw. werden in ein Bewegungsangebot integriert.
Die Kinder leben ihren Bewegungsdrang auch außerhalb der Kita aus. So besuchen wir andere Spielplätze in der näheren Umgebung und unternehmen Spaziergänge an den Dortmund-Ems-Kanal und in die Innenstadt.


2. Christliche Erziehung
Eingebettet in die Gesamtentwicklung eines jeden Kindes findet christliche Erziehung statt. Den Kindern unserer Kindertagesstätte werden christliche Grundwerte wie Vertrauen, Angenommensein, Nächstenliebe und Geborgenheit vermittelt. Sie hören, dass Gott alle Menschen liebt und sie so annimmt, wie sie sind. Jedes einzelne Kind soll lernen: Ich bin ich, weil ich ein Mensch wie all die anderen bin. Ich bin aber auch ich, weil ich mich von den anderen unterscheide und eine eigene Identität habe.
Alle Kinder machen elementare Erfahrungen, die einen religiösen Charakter haben, z. B. Vertrauen und Angst, Glück und Trauer. Wir bemühen uns, den Kindern durch unsere pädagogische Arbeit Anregungen und Impulse zu geben, die sie neugierig machen, etwas über „Gott und die Welt“ zu erfahren. Hierbei berücksichtigen wir besondere kirchliche Feste und Feiertage des Kirchenjahres und versuchen, sie den Kindern auf anschauliche Weise verständlich und für sie erlebbar zu machen. Biblische Geschichten begleiten uns dabei durch das Jahr, auch das Beten vor den Mahlzeiten ist ein festes Ritual. Familiengottesdienste, die wir im Advent und zur Tauferinnerung mit den Kindern vorbereiten und gemeinsam mit ihren Familien und der Gemeinde feiern, haben ihren festen Platz im Kindergartenjahr. Die Kindertagesstätte ist ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde. Unterstützung und Begleitung in unserer religionspädagogischen Arbeit erfahren wir durch das Pfarramt und den Kirchenvorstand der Kreuzkirchengemeinde.


3. Kreative Erziehung
Jedes Kind hat seine eigenen Fantasien und Vorstellungen. Die Fähigkeit, diese kreativ durch Malen, Basteln, Modellieren usw. zum Ausdruck zu bringen, ist auch ein Teil der Persönlichkeitsentwicklung. Im kreativen Handeln der Kinder können Prozesse durchlaufen werden, die sprachlich von ihnen noch nicht auszudrücken sind. Gefühle, Wünsche und Erlebnisse, für die sie noch keine Worte finden, können z. B. im Malen von Bildern umgesetzt werden. Bei allen Ausdrucksformen im kreativen Bereich werden der Fantasie des Kindes keine Grenzen gesetzt. Voraussetzung für das kreative Tun ist, dieses nicht durch Erwartungshaltungen oder Korrekturen zu stören. 
Auch ist es uns wichtig, den Kindern deutlich zu machen und vorzuleben, dass ein Werk, das von einem selbst oder von einem anderen mit Mühe, Fleiß und Geduld hergestellt wurde, großen Respekt verdient. Beim Gestalten werden die Feinmotorik und die Auge-Hand-Koordination, sowie die kognitiven Fähigkeiten geschult. Materialien, Techniken und Themen sind dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst.


4. Lebenspraktische Kompetenzen
Es ist uns wichtig, das ganzheitliche Wohlbefinden des Kindes in den Vordergrund zu stellen, um es damit zu einer gesunden körperlichen, geistigen und seelischen Lebenshaltung zu führen. Es kann dadurch lebenspraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, um im täglichen Leben bewusst und eigenverantwortlich handeln zu können. Das Kind wird motiviert, sich aus eigenem Antrieb heraus lebenspraktische Fertigkeiten anzueignen und somit sein Selbstwertgefühl zu steigern. Dazu gehören Anleitungen aus den Bereichen: Hygiene, Selbstständigkeitserziehung, Ernährung, Umgang mit Materialien und Straßenverkehr.



5. Musikalische Erziehung
Kinder werden durch die Musik direkt angesprochen. Sie macht die Kinder neugierig und weckt ihre Lebensfreude. Musik unterstützt die Entwicklung der emotionalen, sprachlichen, motorischen, mathematischen und sozialen Kompetenzen.
Im täglichen Morgenkreis sind die Kinder unter Verknüpfung von Bewegung, Sprache und Musik die Akteure. Die Kinder erfahren Musik als Quelle von Freude und Entspannung. Außerdem setzen sie sich mit den musikalischen Facetten wie Tönen, Tempo und Rhythmik auseinander. Musik soll nicht als Geräuschkulisse erfahren werden, sondern das aktive Zuhören soll spielerisch erlernt werden. Die gesamte Persönlichkeit der Kinder wird durch den aktiven Umgang mit Musik gefördert.

Kooperationskonzept „Wir machen die Musik“
Musik fördert die geistige und seelische Entwicklung von Kindern und ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Bildung.
Das vom Land Niedersachsen und der Stadt Lingen (Ems) geförderte Musikprojekt „Wir machen die Musik“ entstand aus einem vom nifbe (Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Erziehung) gefördertem Transferprojekt, das nun als „Musikalisierungsprogramm“ fortgesetzt wird. Eine Diplom-Musikpädagogin der Musikschule des Emslandes e. V. hat in unserer Kita die Leitung dieses Projektes übernommen.
An den wöchentlichen „Impulsstunden“ nehmen die Krippenkinder, die Kindergartenkinder und auch die Erzieher/-innen teil. Durch Beobachtung, gemeinsame Gespräche und eigenes musikalisches Handeln eignen sich die Erzieher/-innen Kompetenzen im Bereich des musikalischen Spiels mit Kindern an und können diese Lerninhalte und Ideen aufgreifen und vertiefen. Die musikalischen Bereiche wie singen/sprechen, musizieren, Musik und Bewegung, Musik hören, usw. sind dabei wichtige Inhalte und ermöglichen eine Sensibilisierung für Musik im Vorschulalter.


6. Natur- und Umwelterfahrungen
Im Jahre 2011 wurde unser Außengelände zu einem naturnahen Spielplatz umgestaltet. Es entstand ein Naturspielraum mit einer artenreichen Bepflanzung. Kinder werden oft von sich aus kreativ tätig, wenn sie die Möglichkeit haben, frei in der Natur zu spielen. Es wurden unterschiedliche Spiel-, Bewegungs-, Lern- und Erholungsräume geschaffen. Die Kinder haben vielfältige Möglichkeiten sich auszuprobieren, sich zu erfahren, ihre Grenzen und Fähigkeiten auszutesten und zu erweitern. Dies fördert die Selbstsicherheit, die Selbstständigkeit und das seelische Gleichgewicht. Die Kinder bewegen sich auf natürliche Art und Weise, erfahren die Freude am und im Tun und lernen, dass das Draußensein auch bei Wind und Wetter Spaß machen kann und ihnen gut tut. Wir bieten den Kindern die Möglichkeit, auf Entdeckungsreise zu gehen und ihre Umwelt völlig losgelöst wahrzunehmen.


7. Spracherziehung
Ganzheitliche Sprachförderung im Kindergartenalltag
Die Sprache ist Ausdrucksmittel für Gefühle, Gedanken und Wünsche und eine Möglichkeit, soziale Kontakte aufzubauen. Aus diesem Grund legen wir als Erzieher/-innen großen Wert darauf, die Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.
Ob beim Spielen, Singen, Basteln oder auch beim Betrachten von Bilderbüchern geht es immer auch um Sprache. Neue Wörter und deren Bedeutung werden gelernt und erweitern somit ständig den Wortschatz der Kinder. Auch der Morgenkreis wird mit verschiedenen Sprachspielen (Abzählverse, Fingerreime, Kreisspiele), aber auch mit der Motivation zum freien Erzählen zur Sprachförderung genutzt. Gleichzeitig werden so Grundregeln eingeübt, einander ausreden zu lassen, aber auch sich gegenseitig zuzuhören.
Aktives und anteilnehmendes Zuhören ist ein wichtiger Bestandteil von Kommunikation, um dem Kind ein Gefühl von Bestätigung und Angenommensein zu geben. Dabei ist es von großer Bedeutung, Blickkontakt zu halten und sich auf die Höhe des Kindes zu begeben. Das Kind wird in seinen Versuchen sich auszudrücken ernst genommen und motiviert, auf diesem Weg weiter zu gehen. Sich anderen Menschen mitzuteilen, soziale Kontakte zu knüpfen oder Konflikte zu bewältigen, tragen zur Sprachentwicklung bei. Der Prozess des Sprechens verläuft bei jedem Menschen individuell. Die sprachliche Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erwerb eines mathematischen Grundverständnisses. 


Sprachförderung (interne Fachkraft) für Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren

Als vom Bund geförderte Schwerpunktkita "Sprache- weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" besteht bei uns für Kinder mit auffälligen Sprach- oder Sprechproblemen und als zusätzliche Hilfe für Kinder mit einem Migrationshintergrund die Möglichkeit, durch eine gezielte Sprachförderung die Sprachbildung zu unterstützen und zu intensivieren. Die Sprachförderkraft unserer Einrichtung greift den unterschiedlichen Sprachstand der Kinder auf und begleitet sie individuell. Mit Hilfe von verschiedenen Materialien (Finger- und Bewegungsspiele, Reime, Lieder, Bücher und Mundmotorikübungen) werden die Kinder in den einzelnen Bereichen der Sprache immer sicherer. Ebenso erfolgt die Entwicklung der Sprache und des Sprachverständnisses über die aktive sprachliche Begleitung, die Beziehung zueinander und im Dialog mit anderen. Von zentraler Bedeutung ist der Austausch der Erziehern/-innen mit  den Eltern, dem Sprachtherapeuten und anderen Institutionen. In Zusammenarbeit mit einer Logopädin, beauftragt durch die Stadt Lingen (Ems), besteht die Möglichkeit einer logopädischen Überprüfung und Beratung.
Die Sprachförderung ist in den pädagogischen Alltag eingebunden und findet tageweise wechselnd im Gruppenalltag unserer drei Gruppen als alltagsintegrierte Sprachförderung statt. Somit erfüllt die Sprachförderung in unserem Haus den Maßstab der inklusiven Förderung.
All dies trägt dazu bei, dass die Lust auf Sprache geweckt und gefördert wird, denn „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“.


Die Grundlage der Planung unserer Arbeit ist der Bildungs- und Orientierungsplan des Landes Niedersachsen und richtet sich nach den Bedürfnissen der Kinder.




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